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Mentetus Kettwig (1674-1733) |
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Geschrieben von: Jens Kettwig
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Donnerstag, den 21. April 2005 um 21:14 Uhr |
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Dieser Text ist Teil eines mir unbekannten Buches und liegt mir nur als schlechte Fotokopie vor. Ich habe keine Ahnung, aus welchem Buch dieser Text stammt, noch in welchem Jahr es erschienen ist. Hinweise nehme ich sehr gerne entgegen. Im Text befinden sich sicherlich noch Fehler, da ich viele Stellen nicht richtig entziffern konnte - vor allem die lateinischen Passagen und Eigennamen. Es handelt sich hier um eine Biographie Mentetus Kettwig, mit Gewicht auf seinen beruflichen Errungenschaften.
Mentet Kettwig, eigentlich Meent, oder Meentet (1) Kettwig ist im Jahre 1674. in unserem an der Eems liegenden schönen Flecken Leer gebohren. Sein Vater war Bebäus (2) Kettwig, beyder Rechten Doctor daselbst und seine Mutter Abbenia Weerthmühlen. Ob dieser sein Vater der nemliche gewesen, welcher im Jahre 1648. den 18ten September, also 26 Jahre vor seiner Geburt, den zwischen dem Grafen Ulrich und denen Land-Ständen wegen des Defensions-Werks in den damaligen Kriegs-Läuften wider auswärtige Einfälle der streifenden Partheyen und anderer Puncte getroffenen Interims-Vergleich als Deputirter des dritten Standes mit unterschrieben hat, (3) das kann ich nicht bestimmen. Wie er in seiner ersten Jugend zu Leer zur Schule kam, konte er, man mogte sich so viel Mühe mit ihm geben, als man wolte, die Buchstaben nicht lernen, bis endlich der damalige Lutherische Schulmeister, ein Hesse von Geburt, es so weit brachte, daß er sie alle zu unterscheiden wuste, worauf er denn auch aber so schnell zunahm, daß er nicht allein sofort buchstabiren, sondern auch in der kurzen Zeit von 14 Tagen fertig lesen konnte. In der untersten Classe der dasigen Lateinischen Schule machte er auch in Sprachen und sonst solche Schritte, daß er binnen 2 Jahre ein Schüler der obersten Classe wurde. Im vierzehnten Jahre seines Alters war er schon so weit, daß sein Vater ihn auf die Universität Gronningen schicken konte. Daselbst studirete er bis zum Jahre 1688. und nach der Zeit zu Franecker under dem berühmten Ulrich Huber (4) mit dem grösten Fleis. Auf dieser letzteren Universität wurde er im Jahre 1692 Doctor der Rechte. Er fing darauf an zu Leer die Rechts-Gelahrheit in Processen und mit consuliren auszuüben, verheyrathete sich auch mit des Doctors und Bürgermeisters Hajo Rieckena Tochter zu Norden. Diese Heyrath hatte auf sein nachheriges Schicksal einen merklichen Einflus, zeiget auch zugleich, wie es damals hier zu Lande hergegangen sey. Ich muß also die Besonderheiten und die ferner entstandenen Folgen derselben erzählen. Seine Braut war seiner Mutter Bruders Tochter, welche er ohne Landesherrliche Dispensation nach den Grundsätzen damaliger Zeit nicht heyrathen konte. Ein Matrimonial-Fall, in welchem unter jetziger Glorreichen Königl. Regierung gar nicht mal Dispensation gesuchet zu werden braucht. Er suchte dieselbe in der gewöhnlichen Ordnung Rechtens zu erlangen. Der damalige Canzley- und Consistorial-Präsident von Petckum, der fast alles zu sagen hatte, forderte dafür eine ansehnliche Summe Geldes. Als Kettwig sich dazu nicht verstehen wolte, wies er ihn mit den Worten von sich, nun solte er auch das Weibsbild nicht haben, er antwortete ihm aber gerade zu, nun will ich sie doch haben und ihr sollet nichts haben. Er verlies darauf Leer, woselbst er auf der einen adelichen Burg des Herrn von Hane, nemlich der Harderwykschen wohnete, begab sich nach Emden, suchte bey dem dasigem Geistlichen Ministerium die Dispensation, holete seine Braut von Norden und lies sich zu Emden copulieren. Diese und noch andere Umstände zogen ihm die Ungunst der Fürstlichen Räthe zu. Regierungs-Rath Palms, mit dem er noch etwas verwandt war, hatte ihm die Stelle eines Advocati Fisci angeboten, er hatte solche aber aus gegründeten Ursachen mit hönischen Worten ausgeschlagen, auch bey dieser Gelegenheit den Tractat de Ambitu antiquo & hodierno geschrieben. von Pollmann in seinen Racemationibus ad Institutiones hat an verschiedenen Orten (5) heimlich darauf angespielet, wenn er die Hof-Bediente zu schildern suchet, und unten werde ich eine Stelle von ihm beybringen, woselbst er ganz grob sich darüber auslässet.
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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 09. April 2010 um 20:10 Uhr |
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